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  • Heiligenberger Narrengruppe Burgeulen beim Fasnachtsumzug in Heiligenberg ©Gemeinde Heiligenberg
  • Vorführung der Turnegruppe beim Bunten Abend in Heiligenberg ©Sabine Probst
  • Hexengruppe aus Salem beim Fasnachtsumzug ©Bodensee-Linzgau Tourismus
  • Fasnet am Bodensee: Schwedenmarkt in Salem-Beuren ©Bernhard Conrads

Närrische Tage im Linzgau

Kaum ist die Weihnachtszeit vorbei, beginnt überall am Bodensee die fünfte Jahreszeit.

 

s'goht dagega...

Am 6. Januar wird traditionell mit Einschnellen und "Häsabstauben" die Fasnet eröffnet. Dann erwachen Sumpfgeister, Riedgeister, Berggeister, Dreizipfelritter, Nebelspalter und Wolkenschieber, Steinböcke, Hennen und Eselohren, Trole und Gablemale und viele andere Narrenfiguren der Linzgau-Orte zu neuem Leben.

Viele dieser Narrenfiguren wie etwa die Frickinger Dreckspringer greifen lokale Ereignisse und Begebenheiten auf und einige wie die Hardtwieble in Neufrach oder die Tryllenbühler in Beuren gehen sogar auf alte Sagen zurück.

 

Umzüge, Bälle und Bunte Abende bestimmen nun den Veranstaltungskalender. Über den Ort hinaus bekannt und beliebt sind die Bunten Abende des Narrenvereins Wolkenschieber in Heiligenberg, die mit spritzigem Humor und schauspielerischem Können einen amüsanten Jahresrückblick auf das Geschehen in der Gemeinde geben.

 

Höhepunkt des närrischen Treibens am Bodensee ist der sogenannte Schmotzige Dunschtig. Mit viel Lärm und Trara beginnt überall das Wecken und am Vormittag werden traditionell Schulen, Ämter und Rathäuser gestürmt. Sichtbares Zeichen der Machtübernahme durch die Narren sind die geschmückten Narrenbäume, die von den Zimmermannsgilden unter großem Hallo der Zuschauer aufgestellt werden.

 

Besondere örtliche Bräuche

Einen besonderen Brauch pflegt der Narrenverein Salem. Dort kann man den sogenannten Fasnetssuchern begegnen. Eine Frau mit Laterne und zwei Männer mit Pickel und Schaufel ziehen am Vormittag des Schmotzigen Dunschtig aus dem Hardtwald heraus, um die Fasnet zu suchen. In Geschäften und Privathäusern heben sie so manchen Teppich oder leeren Papierkörbe in der Hoffnung, die Fasnet zu finden. Während ihres Treibens sprechen sie kein Wort und bleiben völlig unerkannt. Um 12 Uhr ist der Spuk vorbei und sie verschwinden so plötzlich, wie sie gekommen sind.

Alle 2 Jahre - immer in den Jahren mit gerader Jahreszahl - findet am Fasnachtssonntag in Beuren der Schwedenmarkt statt, beliebt wegen seines einzigartigen Flairs. Ab 10 Uhr herrscht in den Gassen von Beuren turbulentes Markttreiben mit allerlei Krimskrams, deftigen Genüssen und närrischen Klängen.


Großen Zuspruch findet immer auch der traditionelle Rosenmontagsmarkt in Neufrach. Der stimmungsvolle Floh- und Krämermarkt bietet alles, was das Narrenherz begehrt.

 

Ausklang

Nur wenige Tage dauert das närrische Treiben. Am Fasnachtsdienstag werden in den  Linzgau-Orten die Narrenbäume unter großem Wehklagen bereits wieder gefällt und die Fasnet mit einem zünftigen Kehraus verabschiedet - auch dabei nach lokal unterschiedlichen Ritualen.

Überall in der Region verbreitet ist der anschließende Brauch des Funkenfeuers, das am ersten Sonntag nach Aschermittwoch abgebrannt wird und ursprünglich das Ende der alten Fastnacht markierte.